Notiere nach jeder Einheit Dauer in Minuten und eine persönliche Belastung von 0 bis 10. Multipliziere beide Werte für die Session-RPE und ergänze Inhalt, Spielminuten sowie Auffälligkeiten. Vergleiche vor allem den eigenen Verlauf über mehrere Wochen. Ein Wert allein beweist weder Fitness noch Überlastung und ersetzt keine fachliche Beurteilung von Beschwerden.
1. Äußere Belastung und innere Reaktion unterscheiden
Äußere Belastung beschreibt, was getan wurde: Trainingsdauer, Sprintzahl, Strecke, Sätze oder Spielminuten. Innere Belastung beschreibt, wie der Körper die Einheit erlebt, etwa über Anstrengung, Herzfrequenz oder subjektive Müdigkeit.
Die gleiche Einheit kann bei zwei Spielern unterschiedlich wirken. Trainingsalter, Schlaf, Hitze, Erkrankung und Vorbelastung beeinflussen die Reaktion. Deshalb ist der individuelle Verlauf wertvoller als ein direkter Wettbewerb um die höchste Zahl.
2. Session-RPE verbindet Dauer und Belastungsgefühl
Bewerte die gesamte Einheit nach ihrem Ende auf einer einheitlichen Skala von 0 bis 10. Multipliziere diesen Wert mit der Dauer in Minuten. Aus 60 Minuten bei RPE 6 entstehen beispielsweise 360 einfache Belastungseinheiten.
Die Zahl ist dimensionslos und kein Kalorienwert. Sie wird erst im Vergleich mit den eigenen Wochen aussagekräftig. Die Bewertung sollte vom Spieler selbst kommen, nicht vom Trainer vorgegeben werden.
- Datum und Einheit
- Dauer in Minuten
- RPE von 0 bis 10
- Dauer × RPE
- Hauptinhalt und Spielminuten
- besondere Beschwerden oder Abbruch
3. Ein einfaches Wochenblatt reicht für den Anfang
Eine Tabelle mit sieben Zeilen macht Belastung sichtbar. Addiere die Session-RPE-Werte zur Wochensumme und markiere Kraft, Sprint, intensive Spielform, lockere Ausdauer, Spiel und Ruhetag. So wird erkennbar, ob mehrere harte Reize ungeplant aufeinanderliegen.
Zusätzlich können Schlafqualität, Muskelgefühl und allgemeine Bereitschaft jeweils kurz bewertet werden. Zu viele Fragen senken jedoch die Konsequenz. Drei regelmäßig beantwortete Angaben sind besser als ein umfangreicher Fragebogen, der nach einer Woche nicht mehr genutzt wird.
4. Trends beobachten, aber keine magischen Grenzwerte erfinden
Vergleiche mehrere Wochen und suche nach wiederkehrenden Mustern: steigt die Belastung vor Leistungseinbrüchen, häufen sich Beschwerden nach bestimmten Inhalten oder fehlt nach Spielen eine passende Entlastung? Kontext wird immer mitnotiert.
Ein einzelner hoher Wert ist nicht automatisch gefährlich und ein niedriger Wert nicht automatisch sicher. Starre Belastungsquotienten oder universelle rote Linien können individuelle Entscheidungen nicht ersetzen.
5. Dokumentation soll zu kleinen, begründeten Anpassungen führen
Wenn Leistung, Schlaf und Bewegungsqualität über mehrere Tage deutlich schlechter werden, kann Umfang reduziert, ein harter Block verschoben oder die Übungsauswahl angepasst werden. Trainer und Spieler besprechen dabei nicht nur Zahlen, sondern auch Alltag und Beschwerden.
Starker Schmerz, neurologische Symptome, Fieber oder anhaltende Leistungseinbrüche gehören nicht durch Tabellen gelöst. Hier ist eine medizinische oder therapeutische Einordnung wichtiger als weitere Selbstmessung.
Kurz und verständlich beantwortet
Wann sollte die RPE abgefragt werden?
Nach der Einheit mit einem konstanten Ablauf. Manche Teams warten kurz, damit nicht nur die letzte Übung bewertet wird. Wichtiger als eine perfekte Minute ist eine konsequent gleiche Vorgehensweise.
Kann ich Krafttraining und Fußball mit derselben Methode erfassen?
Ja, Session-RPE kann unterschiedliche Einheiten in einer gemeinsamen Wochenübersicht abbilden. Für Detailfragen bleiben zusätzliche Angaben wie Sätze, Sprintstrecken oder Spielminuten sinnvoll.
Brauche ich später trotzdem GPS?
GPS kann externe Lauf- und Geschwindigkeitsdaten ergänzen, ist aber keine Voraussetzung für eine sinnvolle Grunddokumentation. Auch mit Technik bleibt die subjektive Reaktion des Spielers relevant.
